Wer hat den Diskurs geklaut?

Juli 27, 2009

Frau Schmidt führt ein Ministerium, das noch stärker im Wind von Lobbyisten steht als die meisten anderen Ressorts. Es ist ein Ressort, in dem viele schwere Fälle am Tropf hängen und so manche politische Lösung nach Gesundbeten riecht. Für den Herbst ist eine 600 Mio.-Farce einer Schweinegrippeimpfung geplant, die nach Ansicht einiger Experten kein Schwein braucht. Aber unsere politische Kultur gibt scheinbar nicht mehr her, als der Frau mit einer läppischen Dienstwagenaffäre an den Karren zu fahren. Und alle stehen drumherum und feixen. Auch eine Art, unsere eigene Ohmacht zu kanalisieren.

Edit: siehe auch hier.


Fünf Irrtümer aufgeklärt

Juli 27, 2009

Die Piratenparteien selbst mögen zuweilen schwach, übereifrig oder ungeschickt anmuten, aber die Probleme, die sie ansprechen, sind real und werden in absehbarer Zeit eher schwieriger werden, als dass sie verschwänden.

Da muss man mit seinem Browser schon mal zu orf.at navigieren, um in den etablierten Medien mal etwas Vernünftiges über die Piratenparteien zu lesen.


Das Internet als genereller Buhmann

Juli 13, 2009

Der jüngste Podcast von Chaosradio Express widmet sich dem strapazierten Thema Globales Dorf – Rechtsfreier Raum. Zu Gast Im Studio ist Lawblogger Udo Vetter. (Obacht, über 2 Stunden Programm, es empfiehlt sich, das wirklich auf dem MP3-Player zu hören…)


„liebe piraten und piratinnen“

Juli 5, 2009

man hört es fast, wie man sich in den redaktionsstuben der republik die hände reibt und darauf freut, die künftigen politischen fehler und tapsigkeiten der piraten auszuschlachten.

Herr ix war auf dem Parteitag der Piraten.


Ein sehr ausführliches Pro und Contra…

Juli 1, 2009

zum Thema Kulturflatrate. Ich neige ja am ehesten der Meinung zu, dass hier ein weiteres bürokratisches Albtraummonster à la GEMA und GEZ gezüchtet würde.


Einmal Mäuschen spielen bei Hubert

Juli 1, 2009

Ich würde mir ja zu gerne mal die Logfiles der verschiedenen Burda-Angebote im Netz angucken. Was glaubt der Herr Burda wohl, wer überhaupt in seine Netzgazetten schaut, wenn er nicht grade von Suchmaschinen (vulgo: Google) dort hingeführt wird? Das Internet ist ein Geben und Nehmen. Aber wer den ganzen Tag mit Jammern verbringt, wird das halt nie verstehen. Grade die Verlage sollten es kapieren, haben sie doch jahrelang versucht, sich mit proprietären e-Paper-Lösungen von der Umwelt abzuschotten. Und was hat es ihnen gebracht? Nix, weil das Internet eben anders tickt als der Briefkasten, in dem morgens meine Zeitung liegt. Jetzt soll’s Berlin oder die EU richten. Und dafür wird getrommelt, dass einem nichts mehr peinlich ist.

(Edit: Noch ein Beitrag zum Denkfehler)


Eine kurze (technische) Geschichte des Internets

Juni 28, 2009

Warum das Netz so ist, wie es ist.
(via)


Lacher des Tages

Juni 24, 2009

Münte: SPD ist und bleibt internetfit. Jetzt bitte bloß nicht drüber nachgrübeln, was man von anderen kategorischen Münte-Äußerungen („Wir haben dasunddas im Griff“) halten soll.

Unfreiwillige Alterskennzeichnung: dieser Blogeintrag ist für CDU-Mitglieder jeden Alters geeignet.

(Beide Links via Fefe)


Das Internet ist nicht über Nacht gekommen

Juni 23, 2009

Der Vortrag von Tim Renner auf den Buchtagen 2009 in Berlin ist jetzt als Podcast online. Kontrastprogramm: die dunklen Räume des Internets, der rechtsfreie Raum, das Landeskriminalamt informiert.

Ich versteh gar nicht, warum ich einem windigen Anbieter in Kannitverstan meine Kreditkartennummer geben soll, wenn ich meine Hörbücher günstig und einfach in meinem Lieblingsshop von Vorleser.net runterladen kann? Schafft solche vernünftigen, schönen und preiswerten Angebote. Nur damit, nicht mit endlosen Appellen an den Gesetzgeber, holt ihr die Leute von den bösen Wegelagerern weg!


Braucht ein Thema eine Partei?

Juni 21, 2009

Maingold denkt ausführlich über die Schwierigkeit, die richtige Wahl zu treffen nach. Einige seiner Gedanken kreuzen sich mit dem, was mir in den letzten beiden Tagen angesichts der Schlagzeilen der Piratenpartei durch den Kopf ging.

Es gibt in der aktuellen Entwicklung einen Aspekt, den ich sehr bemerkenswert finde: Ich weiß noch aus eigener Anschauung, wie schwer es sich vor fast 30 Jahren die Friedensbewegung und die Ökologiebewegung gemacht haben, bis sie sich dazu durchgerungen haben, sich überhaupt in Parteiform, also den Grünen, zu formieren. Und ich erinnere mich auch noch, dass es anschließend ein langes Stück Weg war, bis die Grünen sich nicht nur als Oppositionspartei, sondern auch als möglichen Regierungspartner gesehen haben. Dass die Grünen 1985 in Hessen Koalitionspartner der SPD wurden, war ja nicht der Programmatik allein, sondern vor allem auch dem Machtinstikt eines Joschka Fischer geschuldet.

Exkkurs Ende. Wenn ich nun sehe, wie schnell „die Netzgemeinde“ sich in einer Partei (Piraten) formiert, dann frage ich mich, ob ich das begrüßen oder bedauern soll. Begrüßen, weil „man“ als Partei eben gewisse Möglichkeiten hat, die man außerparlamentarisch nicht hat. Bedauern, weil ich mich wundere, wie selbstverständlich (und meines Erachtens teilweise auch überhastet) das alles seinen Gang geht. Natürlich ist der Auftrag der Parteien, nach Art. 21 an der Willensbildung des Volkes mitzuwirken, völlig in Ordnung. Aber dieses Drängen nach „der Partei“, die einen vertritt, zeigt das nicht auch ein wenig, wie sehr es die Parteien verstanden haben, uns in den letzten 30 Jahren einzureden, sie wären allein diejenigen, die die Meinungsbildung des Volkes monopolisieren könnten und müssten?

Nun ja, zur Strafe, weil ich heute schon in meinem zweiten Posting „rückwärts gewandt“ über die Bundesrepublik von vor 30 Jahren nachdenke, muss ich spätestens jetzt Paul Klees „Angelus Novus“ und Walter Benjamins Interpretation als „Engel der Geschichte“ verlinken.